Kommunikation als Schlüssel zu harmonischen Beziehungen: Konfliktlösung auf Basis unserer Emotionen

Das Thema Kommunikation ist mein persönliches Herzensthema, da es zu unserer innerlichen Freiheit und Ruhe beiträgt. Denn neben der Liebe, ist die Fähigkeit zu kommunizieren, indem wir Empathie zu uns selbst sowie dem Gegenüber zulassen, der Schlüssel für gemeinsames und ehrliches Verständnis innerhalb unserer Beziehungen. 

 

Wer kennt nicht all die Tipps mit der eigenen Körpersprache in Form von Gestik & Mimik, Sätze aus der "Ich-Perspektive" zu formulieren, die geeigneten Rahmenbedingungen wie Zeit und Ort für Gespräche zu schaffen und so weiter. Natürlich sind das praktische Tipps, doch ein Aspekt wird dabei gern vernachlässigt, obwohl dieser automatisch im Zwischenmenschlichen mitschwingt und große Wirkung auf uns ausübt: Unsere Emotionen. 

Warum es uns so schwer fällt, offen über unsere Emotionen zu sprechen

Unsere Emotionen steuern unser Verhalten, somit auch was wir spontan sagen. Das geschieht meist unterbewusst, da wir verlernt haben einen offenen Umgang mit unserer Gefühlswelt zu pflegen. Nach ich bin (...) traurig, wütend, glücklich oder freudig hört unser Wortschatz dahingehend meist schon auf. Dieser begrenzte Wortschatz und die geringe Offenheit im Umgang mit Emotionen ist bei uns vor allem gesellschaftlich geprägt, gerade was die "negativ" determinierten Ausprägungen betrifft. Glücklich sein und Lachen ist erwünscht, Traurigkeit, Verletzbarkeit und Scham wollen und sollen wir nicht spüren. Schon von klein auf hören wir, dass wir in der Öffentlichkeit nicht weinen oder Wut ausdrücken sollen und im Berufsleben spricht selten jemand offen darüber, wenn er einen schlechten Tag hat und traurig ist. Vielmehr haben wir gelernt, berufliches und privates zu trennen, d.h. "Probleme" aus dem privaten gehören nicht in die Öffentlichkeit. Blöd nur, dass unser System und Unterbewusstsein nicht zwischen privat & öffentlich trennen kann und unsere Stimmung gegenüber unseren Mitmenschen stets spürbar ist, da wir von Natur aus empathische Wesen sind. Doch wir drücken diese nicht aus, sondern verdrängen im Miteinander und unsere Kommunikation findet nicht selten an der Oberfläche statt.

 

Dankbar dürfen sich die Menschen schätzen, die diese Fähigkeit in ihren Familien durch offenen Austausch gelernt haben. Diese Erziehung und Offenheit nimmt erfreulicherweise zu, denn unsere Generation geht mit dem Thema bereits deutlich sensibler um, als unsere Eltern noch. Denn wichtig für unser seelisches Gleichgewicht ist zu lernen, dass es keine "guten" und "schlechten" Gefühle gibt. Jedes einzelne hat seine Berechtigung und benötigt deine Aufmerksamkeit, denn es möchte zum Ausdruck gebracht werden, um Ruhe und innerliche Balance zu finden. Denn unser Leben ist wie das Wetter: Stets wechselhaft und wenn 365 Tage im Jahr die Sonne scheinen würde, würden wir diese nicht mehr zu schätzen wissen. Du kannst dich zwar gegen den Regen sträuben, weil du nass werden könntest, doch er wird dennoch kommen. Du entscheidest, wie du damit umgehst. 

Und was hat das jetzt mit Kommunikation zu tun?

Emotionen sind das Fundament in- sowie zwischen uns Menschen- und somit entscheidend in der Kommunikation. Unsere Gedanken und Sprache helfen uns zu verstehen (im Sinne von intellektuell im Kopf verstehen) und die Emotionen unterstützen den Prozess des Einfühlens und somit des Verstehens auf Herzebene. Gerade letzteres ist zentral, wenn wir Konflikte betrachten, die wir in unseren Beziehungen und zu Menschen, die uns nahestehen, erleben. 

Denn der Schmerz für den Konflikt sitzt nicht im Kopf, sondern im Herzen

Dennoch versuchen wir mit Argumentationen und Rechtfertigungen unser Gegenüber zu überzeugen. Dies führt dazu, dass wir regelrecht in einen Schlagabtausch geraten, indem meist keiner mehr ehrlich zuhört, sondern ausschließlich damit beschäftigt ist, seinen Standpunkt zu verteidigen. Es geht ums Recht haben, dass eigene Ego möchte "gewinnen". Doch was bringt dir ein gewonnener Argumentationskampf, wenn dein Gegenüber nicht nachempfinden kann, wie es dir geht? Richtig, der Konflikt wird erneut auftauchen, da er nicht im Kern -und somit in euren Herzen- gelöst wurde. 

Wie dir das gelingen kann: Konflikt-Lösung auf Basis deiner Emotionen und Bedürfnisse

1) Die eigenen Gefühle wahrnehmen und erkennen

Bevor du deine Gefühle teilen kannst, gilt es diese erst einmal selbst zu erkennen. Hört sich leicht an, doch ist es meist nicht. Der Schlüssel liegt hier zunächst in deiner Selbstempathie: Wenn du an eine für dich belastende Situation, wie z.B. einen Streit denkst, was löst dieser Konflikt in dir aus? Nimm dir dafür Zeit. Bist du wütend, traurig, irritiert oder gar verletzt? Hierzu ein kleiner Tipp: Hinter der Wut steckt meistens ein tiefer liegendes Gefühl. Dabei ist entscheidend, die Gefühle von den Gedanken zu unterscheiden. Das Wort "Fühlen" wird in unserer Sprache nämlich gerne zweckentfremdet, in dem wir es zwar regelmäßig nutzen, jedoch ohne dabei konkret ein tatsächliches Gefühl auszudrücken. Dies zeigt sich in Formulierungen wie z.B. "Ich habe das Gefühl, dass ..." oder "Ich fühle mich, wie ...". Du bleibst voll und ganz bei deiner echten Gefühlswelt, in dem du dein Gefühl mit "ich bin ..."ausdrückst. 

 

2) Die Gefühle als innere Einladung, um deine Bedürfnisse zu erkennen

Warum werden eigentlich bestimmte Gefühle in uns ausgelöst? Sie sind die Folge deiner (unerfüllten) Bedürfnisse und Werte. Bedürfnisse können z.B. 

- biologisch begründet sein, wie Schlaf oder Hunger

- sozial, wie der Wunsch nach Verbindung, Austausch und Liebe

-persönlich, wie Anerkennung oder Wertschätzung

 

Auch dein individuelles Wertesystem spielt hier eine entscheidende Rolle. Wie steht es z.B. um deine Haltung zu Gleichberechtigung, Freiheit oder sozialer Status? 

Sobald Dein Bedürfnis oder Wert nicht erfüllt ist, löst dies eine Emotion in dir aus: Und hier beginnt die spannende Reise zu dir selbst.

Ein Beispiel: 

Sobald du ein Gefühl erkannt hast, frage dich, warum wird es ausgelöst? Dieser Prozess erfordert Zeit und Ehrlichkeit zu dir selbst und kann erstmal anstrengend sein oder Unsicherheit auslösen. Ein Beispiel: Streites du z.B. mit deinem Partner darüber, dass er/ sie nicht im Haushalt unterstützt oder viel mit Freunden trifft, drückst du das in Form von Vorwürfen aus ("Schon wieder hast du nicht die Spülmaschine ausgeräumt"/ "Mit mir verbringst du nie so viel Zeit"). Im Konflikt selbst, diskutiert ihr also über die Sache mit der Spülmaschine/Aktivitäten mit Freunden. Doch worum geht es hier eigentlich? Ist es nicht vielmehr, dass du traurig bist, dass dich dein Partner:in nicht wertschätzt, deine Arbeit anerkennt, da du primär den Haushalt im Griff hast? Oder ist es in deinem Inneren nicht vielmehr der Wunsch nach Unterstützung oder Zeit mit dir, damit ihr mehr gemeinsame Freizeit habt? 

--> Streitet ihr über das Ausräumen der Spülmaschine/ Freunde treffen, diskutiert ihr auf Kopfebene, während der Ausdruck eurer Gefühle & Bedürfnisse, euch auf die Herzebene verlagert.

Und hier liegt die Chance zur Lösung & Annäherung. Dieser Prozess bedarf Zeit, doch umso klarer du dir über deine Bedürfnisse und Werte bist, desto besser kannst du auch deine eigene Gefühlswelt verstehen, ausdrücken und steuern. Letzteres ist der Schlüssel zu deiner inneren Balance. Wenn du deinem Gegenüber mitteilst, was und warum eine bestimmte Situation etwas in dir auslöst, schaffst du die Basis für gegenseitiges Verständnis.

 

Brauchst du Unterstützung auf deiner inneren Reise? Dann komm gerne auf mich zu. Ich freue mich, wenn ich dich dabei unterstützen kann.

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